GEDICHTE KUNST__PAUSE - Die Webgallery für - Skulpturen - Gedichte - und - Prosa - von - Siegfried Swiderski - - Verkauf - |
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Aus dem
Inhalt, Seite 62 Und höre ich singen Zur Kühle lud des Abends mich, gelehnt an die Märchen des raunenden Winds, der Bäume Lied. Und hörte ich schlafen in der Stille des Nachts, wie Sommeratmen sich breitender Zweige, deines Auges Hunger, und rührten mich, im Traume zitternd, den Vögeln gleich, wie taube Finger die dämmernden Lippen deines wehen Gesichts, so war mir Gewißheit, auch ohne das Rascheln deiner lächelnden Worte, daß du mich liebst. Und höre ich singen, auch morgen noch, der Torheit zum Trotz meiner bitteren Meere, unter Klippen ein Lied, so hör ich noch immer, den Träumen gleich, wie flüchtiges Wachsen und zitternd vor Fremde, daß du mich liebst. |
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Inhalt, Seite 127 Vergiß nicht Vergiß nicht die Zahlen, des Bogens Schärfe und auf transparenten Papieren die Fremdheit des Zeichens der Winkel und Maße. Vergiß nicht das Handeln, das Zögern und Zweifeln und vergiß nicht das Hoffen, das Planen und Wagen und die tausend und tausend Gespinste der Normen. Da wir gesessen, gelehnt an die Steine, unter Faltern zu zweit und gen Süden geträumt mit unseren Mündern des Gondellieds Traum, du hattest begonnen, im Gehäuse bereits meiner tonlosen Lippen Atlantis zu finden und die Schläge der Andacht versunkener Glocken. Vergiß nicht den Zufall, des Kirschbaums Enge. Vergiß nicht die Schnäbel und die Gesänge vergessener Vögel und vergiß nicht vor allem, daß es noch Zeit ist, für den Schlaf unter Palmen und Zeit auch dafür, Rochen zu sammeln und das Geheimnis der Klippen von den Muscheln des Tags. |
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Inhalt, Bd. I, Seite 155 Durch Ewigkeiten Durch Ewigkeiten, die ein wenig mehr und täglich sich neigen, blüht uns der Tag einer mächtigen Sonne, durch Traurigkeiten, die ein wenig mehr und täglich erkalten, und durch die Gebirge zerbrechlicher Städte, die ein wenig mehr und täglich sich weiten, uns blüht die Gewalt eines mächtigen Tags. Durch Meer und Gestirne und durch die Gebärden verlassener Tänze, die ein wenig mehr und täglich sich zeigen, blüht uns das Wort einer mächtigen Fremde, und durch die Bätter und die Blüten der Zweige verworrener Hecken, die ein wenig mehr und täglich veralten, uns blüht der Gesang eines mächtigen Tags. |
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Inhalt, Seite 137 Den Wolf nicht zu treffen Den Wolf nicht zu treffen, am Morgen halt ich die Hunde zurück. Ich nehme mir vor, nicht an Märchen zu glauben, meine Meinung zu ändern und nicht meine Tür nur jenen zu öffnen, die, so nutzlos wie ich und ungeduldig, spät am Abend mit Mädchen gespielt und schlüpfrigen Worten zwischen Hochhausfassaden und betrunkenem Licht. Und den Wolf nicht zu treffen, immer noch halt ich die Hunde zurück. Und ich nehme mir vor, spät am Abend mit dir zu schlafen. Und im Chaos der Küsse weiß ich, zitternd zwischen Märchen und Moder, die satten Hunde zerbeißen dennoch die Kehle des Wolfs. |
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Inhalt, Seite 103 Licht des Mondes Ich höre dich und deinen Hufschlag, Licht des Mondes, du Reiter der Nacht. Du bist gekommen und wecktest mich und reitest lautlos von Mauer zu Mauer, durch schlafende Fenster und grünes Gestein und befiehlst deiner Stute aus geronnenem Licht, mich zu führen, der ich gekommen bin, träumend noch einmal, hinter den Lippen zu suchen das Wort der Verlorenheit. Ich höre dich, Licht des Mondes. Und trotz deiner Hufe, das Rascheln der Schnecken an meiner Schläfe höre ich auch. |
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Inhalt, Seite 126 Ich baue ein Haus Aus Lachen und Weinen, aus Jahren der Armut und silbernen Träumen bau ich ein Haus. Zum Tanzen bau ich um schimmernde Tafeln aus Marmorklängen und blühenden Hecken ein goldenes Haus. Mit Fluglicht und Schatten, mit Liedern der Vielfalt und geräumigen Schritten bau ich ein Haus. Aus Liebe bau ich um tönende Brunnen mit Steingirlanden und schwingenden Glocken ein begehrliches Haus. Mit gesponnenen Flügeln und Farben der Fülle aus üppigen Gläsern bau ich ein Haus. Als klingenden Spiegel meiner flatternden Seele nach Plänen der Zukunft bau ich ein Haus. |
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Inhalt, Seite 156 Du weinst, mein Kind Du weinst, mein Kind, weil die Türme nicht, weil die Brücken nicht der Mitternacht wie Blumen sind. Du fürchtest dich und weinst, mein Kind, weil der Tod es ist und nicht der Schlaf, wie jede Nacht, mit dem du sitzt und Märchen spinnst am schwarzen Tisch, wie sonst, mein Kind, wenn der Tag versinkt. Du zitterst, wenn du fragst, mein Kind, wohin das Weh des Tags dich bringt, und bangst um dich, wie ich, mein Kind. Du bittest nackt und bloß wie ich und bittest Gott, wie ich, mein Kind, daß er dich liebt, und daß da nie, auch ferner nicht, ein Tag wird sein, der dich betrifft. |
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Inhalt, Seite 71 Wie schön du auch bist Wie schön du auch bist, nach Erde schmeckt, nach zerschnittenem Marmor dein flatterndes Haar. Nach der Kühle des Meeres, nach des Salzes Bitterkeit, nach Regenbogen und Blütenstaub halte ich Ausschau. Aus dem Zwiegespräch kreischender Möwen und aus der Einsamkeit schrecke ich auf, das Wunder zu spüren in der Bucht deiner Schläfen, wenn dein Auge mich sieht. Ich glaube des Abends an Gottes Gebote, die ich verleugnet, und gedenke leise, mit zerriebener Stimme für alles zu beten, was lebendig wie du und zerbrechlich ist, damit es dich bittet, am Ufer der Fremde, unter dem Grauen entsetzlicher Sterne und unter des Mondes bleichem Gesicht, trotz aller Schönheit, für immer zu sein im Zeichen der Liebe aus Erde ein Traum. Doch wie schön du auch bist, mit der Spur einer Träne, wenn dein Schlaf sich erfüllt, auf Kieselbänke bettet die Erde dein erloschenes Haar. |
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Inhalt, Seite 168 Und dann bei Nacht Und dann bei Nacht, ich habe gelegt mein Herz zu dir und träumte, von Liebe zu schweigen, das Weh deiner Fremde dein Lächeln so hell und Lichter des Monds auf weißes Papier. Und dann bei Tag, ich habe getragen mein Herz zu dir und schrieb, von Liebe zu schweigen, die Qual deiner Nähe, deiner Schritte Flucht und, halb verweht, deines Worts Beginn wie Spuren der Sonne auf weißes Papier. Und dann, später am Abend, ich habe begraben, von Liebe zu schweigen, auf verlorenen Wegen wortlos mein Herz und träume nur Sehnsucht, Weh, der Fremde Vergessen und Abschied von dir mit leerer Gebärde auf weißes Papier. |
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Inhalt, Seite 197 Ich bin wie sie Ein Wintertag, die Wölfe kauen Eiskristall. Auch ich mach mit, benutz wie sie den weißen Tisch und werfe, verloren wie sie, Hungernetze in die Fremde des Zufalls und sitze wie sie und klage dem Mond den Horizont meiner Leere. Ich bin wie sie und folge wie sie dem Blutgeruch lebendiger Beute und sitze wie sie am weißen Tisch und plane Spuren, König zu sein im Wattespiel der Einsamkeit. |
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Inhalt, Seite 144 An die Sichel des Mondes An die Klippen des Abends, an die Dunkelheit und an die Stirn des Vergessens richte ich, wenn die Sonne verstummt, meines verlorenen Wortes letzten Schrei und richte den Abschied und mit ihm das Klirren des Schritts meiner Fremde nach Gärten aus, nach murmelnden Bächen, von denen des Nachts, wenn Einsamkeit, wenn Weinen war, ich immer geträumt. An die Sichel des Mondes, an die Kühle und Dauer entzündeter Sterne und an die Gespräche der Augen des Himmels richte ich, wenn Schlaf mir ist, des matten Fußes letzten Schritt und richte den Zufall und mit ihm das Bangen des Blicks meiner Leere nach Blüten aus, nach flüsternden Wiesen, von denen ich immer und immer geträumt. |
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Inhalt, Seite 103 Nicht erwünscht gewesen Nicht erwünscht gewesen doch gekommen Brot gegessen das der Armen hungrig geblieben nach Armut gerochen draußen gestanden in kaltem Zimmer ersatzgeträumt nach schönem Mädchen Sehnsucht gehabt in Märchen geflüchtet aus Traurigkeit voll Liebe gewesen nichts begriffen mit Einsamkeiten Schloß gebaut nichts unversucht gelassen Traumerfüllung vorgeplant Kreis gezogen ohne Mitte zum Ausgangspunkt zurückgekehrt wieder gegangen Wege gefunden Schritt um Schritt hier angekommen ohne Wissen warum. Ich mißtraue vor allem der Sicherheit. Es fehlen die Gründe, mich glauben zu lassen, daß ich nicht falle. |
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Inhalt, Seite 132 Trennen uns auch Trennen uns auch, noch träge, flach, vor Tag bereits, Häuser, Mauern, Gärten, Türen, Stuhl und Tisch, so weiß ich doch dies: Im Spiegel das Bild vom Lidschlag der Nacht und dahinter dein Auge, treibend mit mir, schlafverwaschen und zitternd mit mir über gleichem Grund, sind, mir heimlich verwandt, Fäden des Zaubers, daß ich nicht falle, namenlos, durch die Löcher der Zeit. Und trennen uns, erfüllt bereits, vor Abend schon, Haben, Soll des Augenblicks, der Stundentakt und andres Tun, so weiß ich doch: mir ist vertraut die Art, wie du die Dinge nennst, und höre auch den Doppelton des gleichen Bilds, der in uns schlägt und Atem holt, und bin gewiß, daß nichts mehr fällt, auch morgen nicht, was uns betrifft. Und trennt uns auch, mit grellem Schnitt erbarmungslos und jeden Tag, von Liebe, Schlaf und Mitternacht das helle Licht der Wirklichkeit, und schlägt uns auch der Wind bereits von morgen schon die Türen zu, so weiß ich doch: Aus tiefer Nacht in uns klingt fort, ganz leise fort, für alle Zeit das gleiche Lied vom gleichen Tod des einen Traums. |
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Inhalt, Seite 234 Ein Lied bin ich Am Ufer des Abends, mit zerbrechlichen Händen gehe ich fort, weiter und weiter, Mörtel aus Staub, und baue ins Blaue der Nacht mein verlorenes Wort. Ein Lied bin ich, mit bleichem Lächeln gehe ich fort und klinge und klinge und versuche, Gemäuer aus Licht, der blauen Schatten Tränen der Trauer und Gefährte zu sein. Ein Lied bin ich und gehe fort und versuche, Vernunft der Träume, eines Abends Turm zu sein und Spiel einer Glocke ins Blaue der Nacht. |
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Inhalt, Seite 208 Ein Tag aus Blei Wenn Gläser klirren, wenn Lied und Spiel und Tanz sind aus, was bleibt ist nur nach alledem als dunkles Weh und Abschied noch ein Tag aus Blei. Wenn schmerzlich mich dein Lächeln trifft und wenn du gehst nach letztem Wort, nach Gruß und Kuß und letztem Schritt ins Unbekannt für immer fort, was bleibt ist nur nach alledem als blinder Rest und Zuflucht noch am Horizont ein Tag aus Blei. Und wenn du gehst, von allem müd, was du gewollt, als Gast des Tods für immer fort, dann mach auch ich, so fremd wie du, ins Nichts mich auf und bin bereit, im Wind zu sein, von allem müd, was du gewollt, als Lied nur noch ein Tag aus Blei. |
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Inhalt, Seite 107 Windwärts neigt Windwäts neigt zum Süden sich meine neues Haus. Traum bricht auf ins Dachgebälk, und Vogelflug und Sonnenlicht gehn ankerauf. Noch ehe der Schnee zu Liedern schmilzt und hügelab zu Weite wird in Fluss und Bach, mein Blick weht über Dächern aus, und rascher noch, bevor mich streift ein Tau von Süd und Heiterkeit, den Vögeln gleich, mein Schritt, so leicht, geht ankerauf. Talwärts reicht zum Süden hin mein neues Haus. Raum sonnt sich am Giebelrand, und Flügelschlag und Atemzug gehn ankerauf. |
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Inhalt, Seite 57 Auf dunklen Flößen Auf dunklen Flößen, die du mir gabst, nachdem wir gestritten, treibe ich ab. Und auf den Gewässern, den bläulichen, weiten, ich zähle die Leere, die Kisten und Kasten, die mir geblieben, voll Wehmut und Trauer und totem Gewinn. Noch fällt in mir ins Nirgendwo die Angst der Nacht, noch schlägt mein Herz dem Kummer nach, den du mir gabst des einen Worts und sucht mit mir im Dämmerlicht die Fenster ab, an denen du mir Zeichen gabst des Glücks so voll, das uns geliehn nur dieses Mal der eine Tag. Ich finde nichts, an leeren Flößen die Gräser welken und unter der Fremde, die du mir gabst, zu neuen Ufern treibe ich ab. |
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Inhalt, Seite 156 Wo du bist Wo du bist und Freude atmest und die Weite des Winds, lehn ich ins Blaue den Weg meines Schiffs und träume fort das Bild deiner Augen ins Märchenland und breite noch immer vor meiner Fremde die Meere aus und folge, für meine Stille, Horizonten der Wehmut in deinem Gesicht. Wo du bist und Sehnsucht wirfst und Wärme ins Nichts, lichte ich Anker und treibe fort, geführt vom Feuer der einzigen Insel, die dich betrifft, und schlage mit Purpurkorallen Kreuze in die Klippen der Anmut und warte auf alles und trinke die Kühle deines offenen Haars. Wo du bist und Lieder singst und von lärmenden Gipfeln Traum eines Sommers in die Biegung der Nacht, rufe ich leise Girlanden zurück meiner farbigen Trauer und schließe mich an, ungeübt, dem Atemzug meiner reglosen Ruder und lasse mich ein mit Zufall und Würfel an den Küsten des Lichts deiner unruhigen Schläfen. |
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Inhalt, Seite 126 Die Karten sind falsch Neapel, Pompeji, Sorrent: Zwei Stunden noch und angekommen nach dreieinhalb Tag und vor uns schläft Capri und schläft seit Gedenken auf dunstigem Meer. Wie Kolumbus ein bißchen, ein bißchen auch schon Pizarro und Cortez - wir gehen an Land und verriegeln den Wagen und träumen flüchtig: "Lagunen und Neuland" und kauen Chianti und hoffen nur, daß uns keiner bestiehlt. Neapel: Ich weine lautlos den Zerfall jeder Stadt. Und hinter Florenz: Die toskanischen Bauern, sie bleiben mir fremd. Und wieder im Hause: - Kolumbus ein bißchen - wir verwechseln die Filme und schreiben Karten und verschweigen uns heimlich: "Die Karten sind falsch". |
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Inhalt, Seite 211 Weicher Mond Weicher Mond, du Spiegelball aus totem Stein, kühl meinen Atem mit Helligkeit und silbernem Glanz, und mit den Tönen vom geliehenen Licht, beruhige mein Herz, wenn es verloren den Schatten streift der Bank im Park und den Spuren folgt, die längst verweht, der letzten Geliebten zwischen Hecken, die schweigen, und mahlendem Wind. Stummer Mond, du Spiegelball aus kaltem Stein, füll meine Hand mit geliehenem Licht vom Tage der andern und sage dem Schatten, der längst verweht, der letzten Geliebten auf der Bank im Park, wie glücklich ich bin zwischen Spuren, die waren, und mahlendem Wind. |
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Aus dem Inhalt, Seite 111 Wenn dich Trauer erreicht Wenn dich Trauer erreicht, die des Tags und der Nebelzeit und die der Fremde, die du gestreut, da du sicher gewesen, über Berge und Tal, dann erinnere dich, daß es anderes gibt als vergangenes Weh und sieh deine Tochter, wie sie Bilder malt, mit roten Girlanden, mit Vogelgezwitscher, Wollgraswölkchen und blauen Träumen hinter der Stirn, auf Steine und Fenster und hellem Papier. Wenn dich Weinen erreicht, das der Nacht und der Einsamkeit und das der Zuflucht, die du gestreut, da du Hoffnung gewesen, über Wiese und Feld, dann erinnere dich, daß es mehr noch gibt als die vergangene Zeit und sieh deine Kinder, wie sie Bilder malen, zuhause im Glück, mit Fingerfarben, mit Augen, die lachen, und bunten Träumen hinter der Stirn, auf Wände und Türen und hellem Papier. |
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Aus dem Inhalt, Seite 97 Unter Regen, Wind Unter Regen, Wind und Taggestirnen, deine Lippen, unbekümmert wie ein Flug von Vögeln, wandern in der Frühe aus, und dein Haar mit bunten Bändern, das an meiner Stirne schläft, träumt von Schiffen, die ich kenne, und von meiner Wiederkehr. Unter Sonnen, Licht und Windgewächsen, deine Augen, unbelastet wie ein Schritt von Segeln, breiten sich ins Helle aus, und dein Haar mit blonden Küssen, das an meiner Stirne weht, spricht von Sehnsucht, die ich kenne, und von meiner Wiederkehr. Unter Monden, Nacht und Widerhall, deine Worte, unbekümmert wie ein Hauch von Flügeln, wandern über Sternen aus, und dein Haar mit sanften Rissen, das aus meiner Stirn sich löst, spricht von Armut, die ich kenne, und von keiner Wiederkehr. |
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Inhalt, Seite 157 Noch keine Wildgänse Noch keine Wildgänse. Ich muß mich kümmern, der Sommer war lang und die Ernte atmet schwer auf dem Feld, und ich habe verloren mein Mädchen, das Schöne, da die Sonne noch stand so hoch am Himmel über Wiesen, die warm und zum Schlaf geladen auch uns, die wir zu lange gebraucht für passende Worte und vor Zaudern vergaßen, die Würfel zu werfen zur rechten Zeit zwischen Feuer und Rauch. Noch keine Schneise für schwärmende Vögel. Ich muß mich kümmern, die Hitze war lang und die Früchte hängen voll Schwere herab, und ich habe verloren mein Mädchen, das Schöne, da die Schatten noch hell und zum Greifen nah mit Anmut gespielt hoch über dem Bach und zur Liebe geladen auch uns, die wir zu lang uns geziert, den Bogen zu spannen der Saite, die schlief zwischen Feuer und Rauch. |
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Inhalt, Seite 181 Und später dann Und später dann, wenn nichts mehr bleibt, und wenn du dann, trotz allem, immer noch heimlich meinen Traum durchquerst in wehrloser Nacht, mach ich mich auf und suche dich, die du, mit Schatten flüsternd, Qualen gelegt an die großen Entwürfe meiner klingenden Zeit. Und dann am Tag, wenn alles schweigt, und wenn du dann, trotz allem, immer noch plötzlich meine Wege kreuzt in hellem Licht, mach ich mich auf und folge dir, die du, mit Sonnen flüsternd, Hoffnung gelegt an die großen Entwürfe meiner kommenden Zeit. Und dann am Abend, wenn alles schläft, und wenn du dann, trotz allem, immer noch lächelnd meine Schwärze streifst im Traum des Monds, mach ich mich auf und treffe dich, die du, von Liebe flüsternd, mein Herz gelegt in die Arme des Glücks meiner verlorenen Zeit. |